02.03.2026

Ein ganz gewöhnlicher Tag

Wir begleiten die Geschwister Lisa (9) und Ben (6) durch einen ganz normalen Tag. So normal, dass man fast vergisst, wie viele kleine Gefahren sie dabei begleiten…


Freitagmorgen, 6.30 Uhr – „Ich will noch schlafen!“

Riiing!
Der Wecker der Eltern klingelt laut. Lisa blinzelt verschlafen, sie hört, dass Papa und Mama schon aufgestanden sind.

Kurz darauf klopft Papa an die Kinderzimmertür: „Guten Morgen ihr zwei! Könnt ihr bitte auch aufstehen!“ Ben brummt: „Neeein, ich bin noch müde…“ und zieht sich die Decke über den Kopf.

Im Flur leuchtet eine kleine Lampe, in der Küche zischt inzwischen die Kaffeemaschine.

Für Lisa und Ben steht ein ganz gewöhnlicher Tag an.

Ein schlafendes Mädchen
Ein schlafendes Mädchen
Ein Knabe spielt mit einem ferngesteuerten Fahrzeug
Ein Knabe spielt mit einem ferngesteuerten Fahrzeug

7 Uhr – Frühstück und ein defektes Kabel

In der Küche wird es lebhaft. Mama macht Kaffee, Papa toastet Brot und Lisa sucht ihre Sporttasche. Ben ist nun auch angezogen und spielt mit seinem ferngesteuerten Auto. „Schau mal, Papa, das fährt ganz schnell! Aber ich glaube, der Akku ist schon wieder leer“.

Papa nimmt das Auto und das Ladegerät. „Ich lade es dir auf“, sagt er und steckt das Ladekabel in die Steckdose. Dabei fällt Lisa auf, dass das Kabel an einer Stelle aufgescheuert ist und ein Stückchen Metall herausschaut.

„Papa, das Kabel sieht komisch aus“, sagt sie.

Papa schaut es genauer an. „Du hast recht, es ist kaputt. Damit sollten wir dein Auto nicht mehr aufladen.“ Er zieht das Ladekabel aus der Steckdose und wirft es in den Abfall „Wir besorgen dir am Wochenende ein neues, Ben.“

Ben ist enttäuscht und schmollt vor sich hin.

11.30 Uhr – Wieder zu Hause und die vergessene Bratpfanne

Zur Mittagszeit kommen Lisa und Ben zurück. Jacke an den Haken, Schuhe in die Ecke, Hände waschen. Papa arbeitet heute von Zuhause aus und ist am Kochen.

„Ihr könnt schon mal den Tisch decken“, sagt er, als sein Telefon klingelt.

Lisa und Ben streiten sich, wer welches Glas bekommt. Sie lachen und rennen hin und her. Plötzlich schnuppert Lisa. „Das riecht komisch?“ Sie schaut zum Herd: Aus der Pfanne steigt Rauch auf.

„Papa! Die Pfanne!“ ruft sie laut. Papa stürzt in die Küche, schaltet die Herdplatte aus und zieht die Pfanne zur Seite.

„Oje“, seufzt er, „ich muss auflegen. Ich habe vor lauter Geplauder die Pfanne vergessen. “

„Gut, dass du aufgepasst hast.“ sagt er zu Lisa. „Das Öl in der Pfanne hätte irgendwann zu brennen begonnen. .“

Lisa und Ben sind froh, dass nichts passiert ist. Was die Bratwurst mit einem Brand zu tun hat, können sie jedoch noch nicht richtig einordnen.

Frisch gestärkt mit Rösti und Salat statt Bratwurst machen sich die beiden auch schon wieder auf den Weg in die Schule.

Der Vater ist am Telefonieren.
Der Vater ist am Telefonieren.
Ein Handy wird auf dem Sofa geladen.
Ein Handy wird auf dem Sofa geladen.

17.00 Uhr – Das Handy sicher laden

Mama kommt von der Arbeit nach Hause. Kaum ist sie da, steckt sie ihr Handy an ein Ladekabel beim Sofa. Dann hält sie kurz inne und sagt:

„Eigentlich sollte ich das Handys nicht auf dem Sofa laden, in der Küche auf der Steinplatte ist es sicherer.“

Sie steckt das Handy wieder aus und schliesst es in der Küche an. „So ist es sicherer.“


17.30 Uhr – Streichhölzer im Kinderzimmer

Ben spielt in seinem Zimmer, während Lisa einem Hörspiel lauscht. Auf dem Boden entdeckt Lisa eine kleine Schachtel Streichhölzer.

„Hä? Was machen die denn hier?“, fragt sie.

Ben zuckt mit den Schultern.
„Die habe ich in der Küche gefunden…“

Lisa wird ernst.
„Du weisst doch, dass wir mit Streichhölzern nicht spielen dürfen. Das ist gefährlich hat Papa gesagt. “

Gemeinsam bringen sie die Streichhölzer in die Küche.

 Mama staunt:
„Gut, dass ihr sie gefunden habt. Streichhölzer sind kein Spielzeug und gehören nicht ins Kinderzimmer.“



Ein Handy wird auf dem Sofa geladen.
Ein Handy wird auf dem Sofa geladen.
Ein Knabe unter einer Decke mit der Taschenlampe.
Ein Knabe unter einer Decke mit der Taschenlampe.

18:30 Uhr – Das Spiel mit der Lampe

Danach wollen die Kinder wieder „Höhle spielen“.
Lisa schleppt eine grosse Decke an und will sie über die Stehlampe hängen.

„Moment!“ ruft Mama, die gerade vorbeikommt.
„Keine Decke über die Lampe. Die Lampe wird heiss, und der Stoff kann Feuer fangen.“

Sie zeigt den Kindern, dass das Lampengehäuse warm ist, wenn sie eingeschaltet ist.

„Wir nehmen lieber die Taschenlampe“, schlägt Lisa vor.
Ben strahlt: „Ja, die gibt auch Licht und es ist erst noch gruslig!“




19 Uhr – Abendstimmung mit Kerzen

Zum Abendessen zündet Mama eine Kerze an. Es sieht gemütlich aus.

Beim Essen fuchtelt Ben mit einer Serviette rum und kommt damit der Kerze nahe.

Mama reagiert sofort: „Pass auf, dass du damit nicht in die Flamme kommst!“ sagt sie und schiebt die Kerze weiter weg von Ben.

Die Mutter deckt den Tisch. Auf dem Tisch brennt eine Kerze.
Die Mutter deckt den Tisch. Auf dem Tisch brennt eine Kerze.

22.00 Uhr – Alles aus?

Vor dem Schlafengehen schaut Mama nochmals ins Wohnzimmer. Sind alle Kerzen gelöscht, die Akkus vom Ladegerät genommen und die Herdplatte ausgeschaltet?

Zeit zum Schlafen.

Bewusstsein ist der erste Schritt

Ein gewöhnlicher Tag, und doch voller Situationen, die zeigen, wie schnell im Alltag Brandgefahren entstehen können. Ob beschädigte Kabel, brennende Kerzen oder Streichhölzer in Kinderhänden: Viele Risiken wirken harmlos, weil sie uns so vertraut sind. Gerade deshalb ist es wichtig, sich ihrer bewusst zu sein.

Wenn wir lernen hinzuschauen, zu hinterfragen und im richtigen Moment einzugreifen, können viele Unfälle schon im Ansatz verhindert werden. So wird aus einem ganz normalen Tag ein sicherer Tag – für die ganze Familie.

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